(letzte Änderung 19.08.11)
Durch aktuelle Video-Komprimierungstools und leistungsfähige Rechner ist es inzwischen möglich, Videos im AVI-Format (Mpeg-4) in VHS-Qualität (und besser!) auf der Festplatte zu speichern und anschließend verlustfrei zu bearbeiten. Durch geeignete Einstellungen können diese Videos auch auf etwas betagteren Rechnern wie einem K6-2/350 ruckelfrei abgespielt werden.
Ich beschreibe in dieser Abteilung den Weg, wie ich in unserem Rechnerraum das Medium Video für die einzelnen Rechner verfügbar gemacht habe. Diese Beschreibung ist noch sehr vorläufig und dient in erster Linie mir selbst als Dokumentation.
- Hardware
Unsere Arbeitsstationen haben ein ASUS-Mainboard, in dem ein K6-2 mit 350 MHZ werkelt. Die Grafikkarten sind von ATI/8MB, Musik wird mit Soundblaster gemacht und an Speicher haben wir 320MB/10GB. Die Stationen sind an ein 100MBit-Netz mit einem Athlon 1700XP/512MB als Server angeschlossen.
- Software
Die Arbeitsstationen arbeiten mit Windows 98SE. Auf dem Server läuft Linux mit Samba (Arktur).
- Das Ziel
Das Ziel der ganzen Video-Geschichte war und ist, die Schüler vom reinen Konsumieren von Videos weg hin zu einem aktiven Umgang mit diesem Medium zu bringen. Jeder soll an seinem Rechner Filme in eigener Geschwindigkeit anschauen und Aufgabenstellungen in eigenem Lerntempo bearbeiten können.
- Wie kommt das Video in den Rechner?
Die ersten Versuche habe ich mit der Hauppauge WinTV PVR durchgeführt, die einen eingebauten Tuner besitzt und Filme im Mpeg-2-Format auf der Festplatte speichern kann. Die Konvertierung dieser Filme ins AVI-Format ist mir allerdings nicht besonders gut gelungen (störende Würfel-Artefakte im Bild, Tonstörungen, Probleme mit großen Dateien bei längeren Filmen).
Wesentlich bessere Ergebnisse bekam ich mit VirtualDub.
Dieses Freeware-Programm arbeitet mit vielen TV-Karten zusammen und speichert Filme direkt im AVI-Format (Mpeg-4) ab. Damit das funktioniert, muss zusätzlich zur TV-Karten-Software der DivX-Codec installiert sein, der für die Datenreduktion verantwortlich ist.
Inzwischen bin ich auf digitales Satellitenfernsehen umgestiegen und erhalte wesentlich bessere Ergebnisse.
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Nachfolgend liste ich einfach mal alle Schritte auf, die bei mir schließlich mit der WinTV PVR zu einem funktionierenden Video-Grabbing geführt haben:
- TV-Karte einbauen und Software installieren
Wenn man mit Hilfe der zugehörigen Software die einzelnen Sender am Bildschirm zu sehen bekommt, ist das schon mehr als die halbe Miete.
- DivX herunterladen und installieren
Der aktuelle Codec ist DivX 5.02 (http://www.divx.com).
- VirtualDub herunterladen und installieren
Die aktuelle Version ist 1.5.4 (http://www.virtualdub.org). Es gibt sicherlich schon wieder neue Versionen bzw. Ableger, denn die Quellen des Programms sind frei verfügbar und es wird an verschiedenen Stellen weiter entwickelt.
- Die Software für die TV-Karte starten und einen Sender auswählen
VirtualDub (zumindest die von mir benutzte Version) kann das leider (noch?) nicht selbst.
- Die Software für die TV-Karte wieder beenden
Die TV-Karte behält die vorher getroffenen Einstellungen bis zur nächsten Änderung bzw. bis zum Ausschalten des PCs bei. Die Fernseh-Software darf (zumindest bei mir) nicht weiterlaufen, sonst funktioniert VirtualDub nicht einwandfrei.
- VirtualDub starten
Datei --> AVI_Aufnahme anklicken. Wenn Sie jetzt ein Standbild oder sogar die laufende Sendung des zuvor ausgewählten Kanals am Bildschirm sehen, sind Sie schon auf der Zielgeraden.
- Den Aufnahmemodus konfigurieren
Hier die Menü-Einstellungen, die nach langem Experimentieren schließlich bei mir zum Erfolg geführt haben:
Audio
- Codec wählen, hier keinen Codec auswählen, sondern die Audio-Daten unkomprimiert ablegen im Format PCM, 44100 Hz, 8 Bit, Stereo (86kB/s). Audio-komprimierte AVI-Dateien ließen sich bei mir nicht schneiden bzw. konnte ich Teilstücke nicht zusammenfügen.
- Lautstärke: so einstellen, dass das VU-Meter nicht zu weit in den roten Bereich gerät.
Es hat lange gedauert, bis sich das VU-Meter bei mir überhaupt geregt hat. Letztlich musste ich in der Systemsteuerung am Sound ein bisschen drehen (Aufnahme anzeigen, neuen Kanal hinzufügen, Lautstärke einstellen).
Video
- Overlay oder Vorschau auswählen (bei mir funktioniert nur Vorschau, Overlay sieht zwar am Bildschirm besser aus, bricht bei der Aufnahme aber mit Fehlermeldung ab).
- die Video-Quelle auswählen (Tuner, Video ...)
- unter Compression den richtigen Codec auswählen (DivX 5.0)
- - die richtige Bitrate einstellen (ich benutze für die Rohaufnahme 4000 kbps)
- - Key-Frames alle 4 Frames (ermöglicht später, die Aufnahme in 6tel Sekunden zu schneiden)
- Setze eigenes Format: Ich benutze hier 704x288 und zeichne so nur Halbbilder auf. Die Qualität ist eigentlich viel zu gut, lässt sich aber anschließend leicht auf das gewünschte Maß herunterrechnen.
- Bei längeren Filmen enable multisegment capture einschalten, damit das Programm während der Aufzeichnung beim Erreichen der 4 GB-Grenze (FAT32) nicht abbricht.
- Damit das mit den automatischen Segmenten auch wirklich funktioniert, muss man VirtualDub noch sagen, wo es die einzelnen Segmente ablegen soll. Die Pfade für diese Dateien müssen auf verschiedenen Festplatten bzw. Partitionen liegen. Dabei kann eine gewisse Rangfolge vorgegeben werden, auf welchen Partitionen zuerst gespeichert werden soll. Dabei ist zu bedenken, dass die Partitionen mit aufsteigendem Laufwerksbuchstaben langsamer werden.
Bei den zuvor aufgelisteten Einstellungen lässt mein Capture-Rechner (Athlon 1700+ XP) nur etwa alle 3000 Frames einen aus und hat schon mehrfach über Stunden ohne Probleme aufgezeichnet. VirtualDub legt nach jeweils knapp 2GB eine neue Datei an und verwaltet diese Dateien automatisch.
- Digitaler Satellitenempfang
Inzwischen habe ich die WinTV PVR durch eine Hauppauge Nexus-S ersetzt und empfange alle Sender durch eine Schüssel.
Vorteile: Wesentlich besseres Bild, störungsfreier Empfang, größeres Angebot, keine Kabelgebühren
Nachteile: Die Nachbearbeitung dauert etwas länger.
Neben der mit der Karte mitgelieferten Software benutze ich zum Empfang das Programm WatchTVPro (v1.48, Freeware) und zeichne die Daten im *.PVA-Format auf. Mit PVACut werden die ersten Schnitte durchgeführt, PVAStrumento übersetzt die Dateien ins MPEG-Format. DivX nutze ich nicht mehr, seitdem DVD-Rohlinge im Preis gesunken sind.
Sowohl WatchTVPro als auch die Hauppauge-Software können zwar direkt MPEG-Dateien erzeugen, diese machen aber bei der Weiterverarbeitung hier und da Probleme. Das PVA-Format ist da wesentlich stabiler. Übersetzen von PVA nach MPEG ist eine Sache von wenigen Minuten.
- Video-Nachbearbeitung
Beim Nachbearbeiten der aufgezeichneten Videos mit VirtualDub schneide ich zunächst ggf. Werbeblöcke und sonstigen unötigen Ballast aus der Aufnahme heraus und speichere sie unter einem neuen Namen ab. Dabei lasse ich auch gleich den Sound ins MP3-Format umrechnen (96 kbs, 44100Hz reicht hier völlig).
- Probleme
Für die Wiedergabe auf den Arbeitsstationen mit K6-2/350 war das benutzte Aufnahmenformat (704x288) zu groß, die Wiedergabe ruckelte und nach kurzer Zeit liefen Sound und Bild nicht mehr synchron.
Lösung-1
Ich habe das Video noch einmal mit VirtualDub überarbeitet und dabei einen Filter (resize) gesetzt und damit die Auflösung des Videos reduziert. 320x240 schluckten die Arbeitsstationen ohne Ruckeln und in immer noch akzeptabler Qualität.
Lösung-2
Ich habe den aktuellen Grafiktreiber (4/2002) von der ATI-Seite heruntergeladen und installiert. Dieser ist für den Einsatz von Direktx 8.1 optimiert und siehe da, die Sache läuft.
Jetzt können auch die K6-350-Rechner Videos in voller Auflösung (704x288) abspielen, ohne dass es ruckelt oder Sound und Bild auseinanderlaufen.
- Video-Wiedergabe mit Windows-Media-Player
Auf dem Rechner, auf dem die zuvor aufgezeichnete AVI-Datei wiedergegeben werden soll, müssen der DivX-Codec und DirectX (8) installiert sein. Bei der Wiedergabe mit dem Windows-Mediaplayer auf 15 Arbeitsstationen gleichzeitig meldet unser Linux-Server eine Auslastung von unter 40% und liegt damit noch deutlich im grünen Bereich.
- Video-Wiedergabe mit PowerDVD 3.0
Auf dem Rechner, auf dem die zuvor aufgezeichnete AVI-Datei wiedergegeben werden soll, müssen der DivX-Codec und DirectX (8) installiert sein. Bei der Wiedergabe mit PowerDVD auf 15 Arbeitsstationen gleichzeitig meldet unser Linux-Server eine Prozessor-Auslastung von unter 20%.
PowerDVD bietet im Datei-Modus die Möglichkeit, den (die) abzuspielenden Film(e) in eine Liste aufzunehmen. Die Schüler müssen dann eigentlich nur noch den Start-Button anklicken. Die Liste wird in einer Datei im Programmverzeichnis von Power-DVD gepeichert.
Das eröffnet die Möglichkeit, viele Filme (unsichtbar) auf dem Server zu speichern und den Schülern eine 'vorgefertigte' Steuerdatei auf den Arbeitsplatz zu kopieren, so dass sie nur die für sie bestimmten Dateien abspielen können.
- Digitaler Satellitenempfang II
Inzwischen habe ich auch die Hauppauge Nexus-S durch eine TBS 6981-Karte ersetzt.
Vorteile: HD-Video, 2 Tuner.
Nachteile: Die Nachbearbeitung geht wieder anders ;-).
Zum Empfang benutze ich das mitgelieferte Programm TBSViewer und zeichne die Daten im *.ts-Format auf. Mit PVAStrumento werden die TS-Dateien 'demuxt' und mit MPEG2Schnitt werden sie geschnitten und auch gleich in das MPG-Format konvertiert (wenn das Häkchen bei 'Nachbearbeitung' gesetzt ist).
Bei MPEG2Schnitt muss beachtet werden, dass nicht nur die Video- sondern auch die zugehörige Audiodatei geladen wird. Ansonsten hat das Ergebnis keinen Sound.
- Video-Wiedergabe mit PowerDVD 3.0
Auf dem Rechner, auf dem die zuvor aufgezeichnete AVI-Datei wiedergegeben werden soll, müssen der DivX-Codec und DirectX (8) installiert sein. Bei der Wiedergabe mit PowerDVD auf 15 Arbeitsstationen gleichzeitig meldet unser Linux-Server eine Prozessor-Auslastung von unter 20%.
PowerDVD bietet im Datei-Modus die Möglichkeit, den (die) abzuspielenden Film(e) in eine Liste aufzunehmen. Die Schüler müssen dann eigentlich nur noch den Start-Button anklicken. Die Liste wird in einer Datei im Programmverzeichnis von Power-DVD gepeichert.
Das eröffnet die Möglichkeit, viele Filme (unsichtbar) auf dem Server zu speichern und den Schülern eine 'vorgefertigte' Steuerdatei auf den Arbeitsplatz zu kopieren, so dass sie nur die für sie bestimmten Dateien abspielen können.