(letzte Änderung 04.07.06)

Inzwischen gibt es eine Reihe von Freeware-Programmen, mit deren Hilfe man von einem PC aus einen anderen 'übernehmen' bzw. 'fernsteuern' kann. Ich beschreibe hier meine Versuche mit UltraVNC, das zusätzlich zur Fernsteuerung noch einige nette Features wie Chatten und Dateitransfer mitbringt.
Die Installation von UltraVNC ist auf der Homepage hervorragend beschrieben, so dass ich mir hier weitere Ausführungen dazu spare. Es dürfte auch kein Problem darstellen, zwei Rechner im gleichen Netz gegenseitig zu übernehmen. Auf einem Rechner muss dazu der WinVNC-Server gestartet werden, dann kann der andere Rechner den ersten mit VNCViewer übernehmen.

Wenn bekannt, kann man die IP des Servers eintragen (geht sehr schnell) oder man gibt den Rechnernamen ein (dauert manchmal ein paar Sekunden). Es erschein dann irgendwann ein Anmeldefenster und fragt das vorher beim Server hinterlegte Passwort ab.
Komplizierter wird die Sache, wenn ein Rechner über das Internet übernommen werden soll. Die erste Hürde ist die IP-Adresse des Rechners, der ferngesteuert werden soll. Da die überwiegende Mehrzahl der Rechner nicht permanent sondern über Modem, ISDN oder DSL ins Internet geht, ändert sich diese IP bei jeder erneuten Einwahl.
Inzwischen hat nahezu jeder Router (ggf. Update einspielen) eine Funktion, die beim Einwählen zugeteilte IP bei einem der vielen DDNS-Dienste-Anbieter zu hinterlegen. Einer der bekanntesten dürfte DynDns.org sein. Man meldet sich dort kostenlos an und gibt sich selbst eine Adresse in der Form meinName.homeip.net. Diese Adresse wird zusammen mit den DynDNS-Zugangsdaten im Router eingetragen, an dem der zu steuernde Rechner (Host) angeschlossen ist.
Die entsprechende Einstellmöglichkeit ist natürlich von Router zu Router verschieden. Hier das Bild vom Linksys-WAG354G-DE.

Stimmen die Daten, hinterlegt der Router nach jedem Anmelden im Internet automatisch die zugeteilte IP bei DynDNS.Org, so dass sie immer über den vorher gewählten Namen erreichbar ist.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch, den Router so zu konfigurieren, dass er nicht nach ein paar Minuten schon wieder offline geht. Wer keine Flatrate hat, sollte bei dieser Einstellung allerdings bedenken, dass der Router auch online bleibt (und damit Kosten verursacht), wenn man nicht surft!
Die nächste Hürde liegt schon etwas höher. Wenn bisher alles geklappt hat, kann man über die bei DynDNS gewählte Adresse den Router erreichen, nicht aber einen Rechner dahinter (noch nicht). Es gilt, dem Router beizubringen, an welche(n) Rechner im internen Netz er die Internetanfrage(n) weiter leiten soll.
Moderne Router haben hier Einstellmöglichkeiten, die anhand der Portnummer die Weiterleitung an den richtigen Rechner ermöglichen. Hier das entsprechende Bild beim Linksys-WAG354G-DE.

Die Einstellung im Bild oben setzt voraus, dass der Zielrechner (der auf dem der VNC-Server läuft - Host) die IP 192.168.1.64 hat. Ggf. muss in den Netzwerkeinstellungen des Rechners diese IP fest vergeben werden. Manche Router erlauben auch eine Verknüpfung einer festen IP mit der MAC-Adresse einer Netzwerkkarte. Beim Linksys-WAG354G-DE habe ich diese Möglichkeit bisher nicht finden können.
Wenn man die Verbindung erst einmal zustande gebracht hat, sollte man sich gleich Gedanken über Sicherheit machen. Es gibt im Internet eine ganze Reihe von von Usern, die nichts anderes im Kopf haben, als fremde Rechner zu hacken und dort irgendwelchen Unsinn anzurichten. Ein laufender UltraVNC-Server ohne geeignete Sicherheitsmaßnahmen ist natürlich wie eine Blanko-Einladung für solche Leute.
Das Passwort ist zwar eine kleine Hürde, vollkommene Sicherheit bietet es aber nicht. Etwas schwerer kann man es diesen Zeitgenossen machen, wenn man zusätzlich noch die Übertragung verschlüsselt.
Für UltrVNC gibt es dazu ein Plugin, das diese Aufgabe übernimmt und es Hackern nahezu unmöglich macht, sich in das Geschehen einzumischen. Noch größere Sicherheit bietet die Benutzung von Key-Files, die speziell generiert werden können. (Bei Windows-98 funktioniert die 128-Bit-Verschlüsselung allerdings nicht.) Das auf einem Rechner generierte Key-File muss - ebenso wie das Plugin selbst - auf beiden Rechnern in den Ordner kopiert werden, in dem WinVNC.EXE bzw. VNCViewer.EXE abgelegt sind, sonst werden sie nicht gefunden.