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Technisches zur Tauschbörse

Tipps zur Herstellung
und Verwendung eines Lochkarten-Quiz (Stöpselkasten)

(letzte Änderung 01.11.10)

Das Prinzip ist einfach und schon ziemlich alt:
In einem kleinen Schubladenfach steckt ein Stapel Karten, die an einem Rand viermal gelocht sind. Die Löcher sind von einem Brettchen verdeckt, in dem ebenfalls vier Löcher sind. Ein Stift kann von oben durch das Brettchen und den ganzen Kartenstapel gesteckt werden.
Auf jeder Karte steht eine Aufgabe/Frage mit vier Lösungsmöglichkeiten/Antworten, von denen normalerweise nur eine richtig ist. Nur das Loch direkt neben der richtigen Lösung ist nach außen hin zum Schlitz erweitert. Steckt der Stift im richtigen Loch, kann man die Karte ohne Schwierigkeiten herausziehen. War die Antwort falsch, lässt sich die Karte nicht ziehen, denn sie wird vom Stift blockiert.
 
Das Quiz kann sowohl in Einzel- als auch in Partnerarbeit zum Üben und Vertiefen von neuem Stoff bzw. zur Wiederholung von altem eingesetzt werden. Die Schüler bestimmen ihr Tempo und kontrollieren sich auch selbst.

Die Karten sind leicht und vor allem sehr preiswert selbst herzustellen. Für 36 Karten (= 6 laminierte A4-Blätter) muss man weniger als 1 Euro kalkulieren:
- Vorlage ausdrucken,
- laminieren (125um-Folie, sonst franst das Loch leicht aus),
- die Karten sorgfältig ausschneiden und
- mit einem handelsüblichen Locher lochen.
Dazu den einfach Locher so auf den Rücken drehen, dass man das Stanzwerk sehen kann (die Abdeckung dazu entfernen), dann die laminierten Karten mit der bedruckten Seite nach unten (jetzt natürlich oben) einschieben, genau auf den Kreis zielen und dann hinein. (Es geht übrigens wesentlich schneller, wenn man zwei oder sogar drei Karten gleichzeitig locht.)
 
Man kann Material und Kosten sparen, wenn man die Karten doppelseitig bedruckt (vor dem Bedrucken der Rückseite das Blatt um 180 Grad drehen). Die zweite Lochreihe stört beim Herausziehen nicht bzw. nur wenig und nach dem Wenden des ganzen Kartenstapels kann man die Rückseiten bearbeiten. Dank an Dominik Fürhofer für diese Idee.

In der »Tauschbörse Unterricht« finden Sie bereits viele fertige Beispiele für Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Erdkunde, Mathematik und Physik.
 

Eigene Karten mit neuen Inhalten zu entwerfen ist viel leichter als Sie glauben. Laden Sie sich einfach eine der folgenden Vorlagen herunter und tragen Sie Ihre Aufgaben und Lösungsangebote ein. Ganz wichtig ist dabei, dass beim Ausdruck die Größe der sechs Rechtecke nicht verändert wird, denn sonst passen sie später nicht in die Schubladen bzw. der Stift nicht in die Löcher:

Die Schublade
Das ganze Projekt lebt und stirbt mit den geeigneten Schubladen. Sie müssen sehr maßhaltig hergestellt werden, sonst passen die Karten nicht. Weiterhin sollten sie gut in der Hand liegen, sonst werden sie von den Schülern nicht angenommen.

Hier ein Foto von aus Sperrholz gesägten Schubladen. Als Stöpsel dienen Streichhölzer, auf die eine Holzperle geklebt wurde.


Mein erster Kontakt mit einem Stöpselkasten war ein Modell aus laminierter Pappe, das bei mir aber nur den einen Gedanken ausgelöst hat: "Das kannst (selbst) du besser!"
Die Anfertigung meines Prototyps (ganz oben) war ziemlich aufwendig. Ich habe beidseitig mit Kupfer beschichtetes Epoxidharz (Elektronikplatinen) benutzt und die Einzelteile zusammengelötet. Da das Platinenmaterial sehr dünn ist, mussten mit Heißkleber Führungen für den Stift angebracht werden.
Gepasst hat alles, aber der große Renner war das Platinenmodell auch nicht.

Nach längerer Pause wurde dann ein Stöpselkasten aus Kunststoff entwickelt. Plexiglas oder Polystyrol eignen sich hervorragend zur Herstellung von Schubladen, ein passender Kleber für Plexiglas ist Acrifix-192. Dieser Polymerisationskleber härtet im Sonnenlicht in weniger als 20 Minuten vollständig und dabei unglaublich stabil aus. Sorgfältiges Entfetten der Einzelteile vorausgesetzt (nur mit Spülmittel und Wasser, keinesfalls mit Spiritus oder anderen organischen Lösungsmitteln) bricht beim Belastungstest eher das ungeklebte Plexiglas als eine Klebenaht.
Der Deckel - das Teil mit den vier Löchern für den Stift - sollte mindestens 3mm dick sein, dann spart man sich weiteren Aufwand für die Führung des Stifts. Die Bohrungen der vier Löcher im Deckel sollten höchstens 1/10mm dicker als der Stift sein (sonst wackelt der Stift zu sehr).
Die Höhe der Seitenwände richtet sich nach der Anzahl der Karten, die man gleichzeitig nutzen möchte. 20mm reichen für knapp 40 Karten (mit 125er Folie laminiert).
Für den Stift habe ich einfach ein passendes Stück Rundeisen mit 4mm Durchmesser abgesägt und die Spitze kegelförmig zugefeilt (Bohrmaschine und Feile oder einfach mit einem Bandschleifer). Die Kegelform der Spitze verhindert ein Ausfransen der Löcher und kompensiert kleinere Fehler beim Lochen der Karten. Wer sich das Sägen und Feilen sparen will: Es gibt im Fachhandel recht günstig Passstifte, z.B. 4x35 oder 4x40, die sich ideal für die Schubladen eignen sind, da die Enden abgerundet sind. Preisgünstiger sind Kamm- oder Ankernnägel, die ich selbst aber noch nicht getestet habe.
Dieses Modell fand bei den Schülern wesentlich größeren Zuspruch. Jeder wollte mal damit 'spielen' und schon bald wurden mehr Schubladen gebraucht.
 

Zeitaufwand und benötigter Maschinenpark zur Herstellung einer Plexiglasschublade sind immer noch beachtlich. Der Gedanke drängt sich auf, dass an vielen Schulen der Selbstbau der Schubladen an zumindest einer der beiden Bedingungen scheitern wird.
Ich habe daher Kontakt mit einer Firma aufgenommen, in der Kunststoffe verarbeitet werden. Dort hat man sich Gedanken über mein Plexiglas-Modell gemacht und es dabei gleich noch ein wenig optimiert.

Hier das Ergebnis:


Tauschbörse Unterricht - Online - 9. Januar 2012

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