Puzzles aus Vektorgrafiken erzeugen
(letzte Änderung 28.12.01)
(CorelDRAW ab Version 5) (Achtung: Neue, viel schnellere Methode hier!)
Idee: Wolfgang Krecek
CorelDRAW kennt den Befehl Schnittmenge, mit dessen Hilfe sich sehr elegant Puzzles aus den inzwischen überall billig erhältlichen WMF-Grafiken herstellen lassen. Und so funktioniert es mit Version 8[9]:
- Wenn Sie mit vorhandenen Puzzleteilen ('Stanzen') arbeiten wollen, geht es hier weiter.
- Legen Sie Hilfslinien im Abstand der späteren Puzzle-Teile fest, z. B. horizontal und vertikal alle 30 mm. Sie werden später zum Verschieben der Puzzleteile gebraucht. »Ausrichten an Hilfslinien« sollte aber vorerst noch nicht aktiviert sein.
- Importieren Sie eine geeignete Grafik und bringen Sie sie auf die passende Größe. Es sollte nach Möglichkeit in jedem der durch die Hilfslinien angedeuteten Rechtecke ein Teil der Grafik liegen.
- Erzeugen Sie außerhalb des späteren Puzzle-Bereichs einen kleinen farbigen Kreis, wählen Sie alles aus und gruppieren Sie die ausgewählten Objekte. (Bearbeiten, alles auswählen, Objekte oder einfach Doppelklick auf das Auswahlwerkzeug, dann anordnen, gruppieren.)
Die Gruppe enthält jetzt die komplette importierte Grafik und den außerhalb der Hilfslinien liegenden Kreis. (Der Kreis dient später nur als 'Anklickhilfe'.)
- Wählen Sie das Hilfsmittel »Millimeterpapier« (zwischen den Icons für Ellipse und Text). Wenn sich das zugehörige Icon in der Werkzeugleiste befindet, kann mit einem Doppelklick ein Menü aufgerufen werden, in dem die Anzahl der Puzzlefelder eingesetzt werden kann (Breite & Höhe). Wenn es nicht sichtbar ist, klicken Sie und halten die Maustaste gedrückt bis das Menü aufklappt.
- Aktivieren Sie jetzt »Ausrichten an Hilfslinien« und ziehen Sie ein Millimeterpapier-Raster so über die Grafik, dass es genau an den vorher festgelegten Hilfslinien einschnappt. Hilfslinien und Kästchenraster decken sich jetzt praktisch.
- Lösen Sie die Gruppierung des Rasters auf - Sie erhalten entsprechend viele kleine Einzelrechtecke, die über der Grafik mit den Kanten auf den Hilfslinien liegen. Jetzt geht es hier weiter.
- Laden Sie eine Datei mit entsprechenden Stanzteilen und speichern Sie sie unter einem neuen Namen ab.
- Importieren Sie die Vektorgrafik, die später zerschnitten werden soll und platzieren Sie sie so, dass möglichst über jedem Puzzleteil ein Stück der Grafik liegt.
- Erzeugen Sie außerhalb des späteren Puzzle-Bereichs einen kleinen farbigen Kreis oder ein Rechteck, wählen Sie den Kreis und die Grafik (Kreis anklicken und dann Shift-Klick auf die Grafik) aus und gruppieren Sie die ausgewählten Objekte. (Anordnen, gruppieren oder <Strg-G>.) Die Gruppe enthält jetzt die komplette importierte Grafik und den außerhalb der Puzzleteile liegenden Kreis. (Der Kreis dient später nur als 'Anklickhilfe'.)
- Ordnen Sie diese Gruppe ganz nach hinten an (<Shift-Bild-ab> oder über Anordnen, Anordnung, Nach hinten).
- Nummerieren Sie alle Puzzleteilchen und kopieren Sie die komplette Seite auf eine andere Seite (alles auswählen, in die Zwischenablage kopieren, neue Seite einfügen, Zwischenablage wieder einfügen). Die 'Nummern' der Rechtecke werden später durch die Lösungen der entsprechenden Aufgaben ersetzt.
- Schalten Sie zurück auf die erste Seite.
- Rufen Sie das Rollup-Menü »Hilfsmittel Schnittmenge« auf (Anordnen, [Formen,] Schnittmenge). Schieben Sie es in die Nähe des kleinen farbigen Kreises - Sie werden beides gleich häufiger anklicken.
- Wählen Sie eines der Puzzle-Teile durch Anklicken aus.
- Klicken Sie auf »Schnittmenge mit ...« (wichtig: im Rollup »Schnittmenge« müssen unter »Original beibehalten« beide Optionen mit Häkchen versehen sein!
- Klicken Sie jetzt mit dem großen Pfeil den vorhin erzeugten Kreis (und damit einen Teil der Vektorgrafik) an. Als Reaktion sollte nur noch der unter dem Puzzleteil liegende Teil der Grafik als neue Teilgrafik ausgewählt sein.
- [Ordnen Sie das ausgestanzte Teil ganz nach hinten an (<Shift-Bild-ab> oder über Anordnen, Anordnung, Nach hinten). Dieser Schritt kann bei Corel-8 ausgelassen werden.]
- Erweitern Sie sofort diese Auswahl, indem Sie (bei gedrückter Shift-Taste) zunächst die Nummer des Puzzleteils und dann das Puzzleteil über der Auswahl nochmals anklicken.
- Gruppieren Sie die drei ausgewählten Teile (ausgestanztes Puzzleteil mit Nummer und Umrandung) (<Strg-G>), damit sie beim späteren Verschieben zusammenbleiben.
- Alle Puzzleteile sind in gleicher Weise zu bearbeiten. Anschließend kann das ursprüngliche Puzzlebild (mitsamt 'Anklickkreis') gelöscht werden.
- !!! Bevor Sie die Einzelteile durcheinanderwürfeln, sollten Sie sicherheitshalber noch einmal auf der zweiten Seite nach der Kopie des Originals schauen ;-))
- Zum Verschieben der Teile sollten Sie Ausrichten an Hilfslinien (bei rechteckigen Teilen) oder Ausrichten an Objekten aktivieren, damit die verschobenen Teile am Zielort richtig einrasten.
Das Ausrichten an Objekten ist bei CorelDRAW eine Wissenschaft für sich. Ich persönlich komme zu guten Ergebnissen, wenn ich bei normaler Vergrößerung zwei Teile ziemlich dicht nebeneinander schiebe, dann auf möglichst starke Vergrößerung gehe, das zu verschiebende Teil mit der Maus in einem Stützpunkt der Umrandung fasse und es in die Nähe des entsprechenden Punktes des anderen Teilchens bringe. Dort sollte es automatisch einschnappen. Wichtig ist dabei, dass die Maus das zu verschiebende Objekt genau in dem Stützpunkt erwischt.
Bei entsprechender Vergrößerung (experimentieren!) sieht man beim Verschieben die Umrandung des Puzzleteilchens als ganz dünne Linie. War die Maus richtig platziert, 'hängt' diese Linie mit einer Ecke genau an der Spitze des Mauszeigers.
Hat man diesen Dreh erst einmal herausgefunden, spielt die Form der Puzzleteilchen keine Rolle mehr. Dreiecke und Sechsecke lassen sich ebenso genau ausrichten wie die kurvig begrenzten Umrandungen.
Das ganze Procedere liest sich sehr viel länger und komplizierter als es in Wirklichkeit ist, bringt aber tolle Ergebnisse. Es ist praktisch so, als würde man die Einzelteile aus der Vektorgrafik mit einem Mausklick herausstanzen. Für den oben beschriebenen eigentlichen Stanzvorgang (z. B. 24 Teile ausschneiden und jeweils mit Nummer und Umrandung gruppieren) benötige ich deutlich weniger als 3 Minuten - ohne dass ich mich dabei sonderlich beeile.
Sie sind bei der Wahl der Puzzleteile natürlich nicht auf rechteckige Teile angewiesen. Im Prinzip eignen sich alle Polygone oder Kurvenzüge, die sich flächendeckend aneinanderreihen lassen wie Dreiecke, Vierecke, Fünfecke, Sechsecke, Kombinationen aus Fünf- und Dreiecken und jedes andere - auch nichtregelmäßige - Vieleck, das sich mit seinen Nachbarn in entsprechender Weise ergänzt.
Die Kanten der Vielecke müssen noch nicht einmal gerade sein, auch mit Kurven begrenzte 'Vielecke' sind denkbar und für diese Puzzles gut geeignet. Beispiele für sehr komplexe Formen finden Sie bei dem holländischen Künstler M.C. Escher. Man sollte beim Entwurf neuer Teile allerdings immer die Schüler im Hinterkopf haben, die diese Teile später einmal ausschneiden sollen.
Fertige 'Stanzen' (Dreiecke, Fünfecke, Sechsecke u.a.) finden Sie auf der CD ebenso wie weit über 100 geeignete Vorlagen.
Dreiecke, Fünf- und Sechsecke lassen sich ebenso wie kurvig begrenzte Puzzleteile nach dem Durcheinanderwürfeln nur schwer durch Hilfslinien wieder schnittgerecht aneinanderfügen. Besser lässt sich hier mit der Option 'Ausrichten an Objekten' arbeiten.
Puzzles schneller erzeugen
Diese Methode funktioniert ab Corel5 und ist gerade für Anfänger wesentlich effektiver und schneller als die zuvor beschriebene. Nachteil: Die Dateigrößen der so behandelten Grafiken sind fünf-zehnmal größer als die nach der komplexen Methode erzeugten.
- Puzzleteile gruppieren
- Bild importieren und in die vorgesehene Größe bringen
- Bild markieren
- Effekte/Powerclip/in Behälter platzieren wählen
- mit Pfeil auf (gruppiertes) Puzzle zeigen. Bild ist nun im Puzzle
- Gruppierung aufheben
- Puzzleteile lassen sich nun mit Bildinhalt verschieben bzw. durcheinanderbringen
Ergebnisse bzw. Text müssen vor dem Verschieben in die einzelnen Puzzleteile hineingeschrieben und jedes Puzzleteil für sich gruppiert werden (damit der Textinhalt drin bleibt)
Puzzles aus Pixelgrafiken erzeugen
Auch Pixelgrafiken lassen sich mit den geeigneten Werkzeugen in Puzzleteile zerlegen. Hier wurden Photoshop 4.0 bzw. PhotoPaint 8.0 und CorelDRAW (7.0 - 8.0) benutzt:
- Legen Sie in Corel Hilfslinien im Abstand der späteren Puzzle-Teile fest, z. B. horizontal und vertikal alle 25 oder 30 mm. Die Hilfslinien werden später zum Verschieben der Puzzleteile gebraucht, ohne sie ist es ziemlich mühsam, die 'gewürfelten' Teile wieder zu einem ordentlichen Block zu vereinen.
- Laden Sie die gewünschte Grafik nach Photoshop oder PhotoPaint.
- PhotoShop:
Blenden Sie (unter Ansicht) das Raster ein und aktivieren Sie 'am Raster ausrichten'. Unter 'Datei - Voreinstellungen - Hilfslinien & Raster' müssen Sie jetzt die Rasterweite so einstellen, dass sich entsprechend viele Quadrate ergeben. Ggf. muss das Bild ein wenig gestaucht werden.
- PhotoPaint:
Blenden Sie (unter Extras) Gitterlinien ein und aktivieren Sie 'an Gitterlinien ausrichten'. Jetzt müssen Sie die Rasterweite so einstellen, dass sich entsprechend viele Quadrate ergeben.
- Jedes Puzzleteil muss jetzt einzeln markiert, ausgeschnitten (Strg-X) und in CorelDRAW eingefügt werden (Strg-V).
- Nach dem Einfügen muss es noch auf die richtige Größe gebracht werden (Hilfslinien s.o.).
- Ein entsprechend über die Puzzlestücke gelegtes Millimeterraster hilft beim späteren Ausschneiden.