(letzte Änderung 11.01.12)
Mit InkScape können auch zeichnerisch weniger begabte Schüler ohne viel Einarbeitung sehr leicht hochgenaue Zeichnungen am PC anfertigen, mit einem virtuellen Geodreieck Strecken bzw. Winkel messen oder Aufgaben/Puzzles direkt am Bildschirm lösen. Mit geeigneten Vorlagen kann man die vorausgesetzten Fertigkeiten auf ein Minimum reduzieren. Langwierige Erklärungen, welche Datei geladen werden und welcher Teil davon am Bildschirm angezeigt werden soll, lassen sich durch geeignete Vorbereitungen der PCs vermeiden.
Interaktive Arbeitsblätter mal selbst ausprobieren:
- Installieren Sie InkScape auf Ihrem Rechner und benutzen Sie dabei die vom Programm bei der Installation vorgeschlagenen Verzeichnisse.
- Laden Sie z.B. ein Hexomino "Prozentrechnen" auf Ihren Rechner und packen Sie die Zip-Datei auf dem Desktop aus.
- Doppelklicken Sie auf die CMD-Datei.
- Lösen Sie das Puzzle.
Vorraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz dieser interaktiven Dateien:
- IncScape in der Version 0.48.2 oder jünger ist auf jedem Arbeitsplatz in den Verzeichnissen installiert, die vom Programm vorgegeben werden. (Andere Verzeichnisse sind natürlich auch möglich, aber dann müssen die Batch-Dateien angepasst werden.)
- Eine gewisse Disziplin der Schüler und die Fähigkeit, genau zuzuhören.
Hinweise für die Erstellung eigener interaktiver Dateien:
- Bei den Puzzles bzw. den Dateien mit Geodreiecken sind oft gruppierte Elemente im Einsatz. Beim Doppelklicken oder auch nur schnellen zweimaligen Klicken auf ein solches Element löst InkScape die Gruppe manchmal auf und schaltet in den Textmodus oder möchte Polygone bzw. Knoten bearbeiten. Man kann das leicht verhindern, indem man eine solche Gruppe einzeln auswählt (anklickt) und dann noch drei- bis viermal gruppiert. Dann muss man schon sehr oft und sehr schnell nacheinander auf ein Puzzleteil klicken, bevor es 'zerlegt' wird.
So läuft es bei uns:
In unserem Computerraum gibt es auf jedem Schülerplatz einen Link 'Klick_hier!', der auf eine Batch-Datei 'Starte.Bat' verweist, die auf dem Server liegt. Diese Batch-Datei wird zu Beginn des Unterrichts jeweils vom Lehrerplatz aus auf den Server kopiert.
Je nachdem, was in dieser Batch-Datei steht, passiert beim Klick auf 'Klick hier!' immer etwas anderes. Die Batch-Datei kann natürlich auch mehrere Befehle enthalten, die dann nach dem Klick automatisch abgearbeitet werden.
InkScape bietet eine Fülle von Möglichkeiten, das Programm schon beim Start in vorbestimmter Weise zu beeinflussen, so dass die Schüler sich gleich auf das Wesentliche konzentrieren können:
- c:\programme\inkscape.exe
startet das Programm mit einem leeren Bildschirm.
- Der Zweizeiler:
copy w:\inkscape\Optik\licht_und_schatten.svgz n:
c:\programme\inkscape.exe n:\licht_und_schatten.svgz
kopiert die Datei licht_und_schatten.svgz vom schreibgeschützten Serverlaufwerk W: aus dem Ordner W:\InkScape\Optik auf das Arbeitslaufwerk N: und startet InkScape gleich mit dieser Datei.
- Die Optionen der Kommandozeile sind damit aber längst noch nicht ausgeschöpft. Um den Focus der Schüler gleich auf die richtige Stelle der Datei zu richten, kann man InkScape durch weitere Parameter 'überreden', genau die gewünschten Objekte nach dem Start bildschirmfüllend anzuzeigen. Die Parameter müssen in der richtigen Reihenfolge jeweils durch Leerzeichen getrennt hinter dem Programmaufruf stehen.
copy w:\Optik\licht_und_schatten.svgz n:
c:\programme\inkscape.exe n:\licht_und_schatten.svgz --select=R_1 --verb=ZoomSelection --verb=FullScreen --verb=EditDeselect --verb=FocusToggle
kopiert die Datei licht_und_schatten.svgz vom (schreibgeschützten) Laufwerk W: aus dem Ordner W:\Optik auf das Arbeitslaufwerk N: und startet InkScape gleich mit dieser Datei. Nach dem Start wird das Objekt 'R_1' innerhalb dieser Datei selektiert, dann wird die Bildschirmansicht auf das selektierte Objekt gezoomt, danach schaltet InkScape in den Vollbildmodus, hebt die Selektion des Hintergrundobjektes auf und blendet alle Menü- und Werkzeugleisten aus, die die Schüler beim Puzzlen natürlich nur ablenken würden.
Ein Doppelklick (zugegeben mit etwas Vorbereitungszeit) erspart so eine oft sehr anstrengende und manchmal frustrierende Phase des Unterrichts, die sich je nach Schülergruppe leicht über mehrere Minuten erstrecken kann. Schon das Umschalten auf den Vollbildmodus wird nicht jeder sofort schaffen, also wird beim Nachbarn gefragt. Die nächste Hürde ist das Öffnen der richtigen Datei und anschließende Abspeichern auf dem richtigen Laufwerk.
Spätestens an dieser Stelle beginnt der Marathonlauf des Lehrers, denn man möchte ja alle mitnehmen. Oft ist das für die Experten in der Lerngruppe aber auch die passende Gelegenheit, mal eben bei Facebook reinzuschauen oder sonstigen Unsinn anzustellen ...
Alle 'interaktiven Arbeitsblätter' enthalten neben der InkScape-Datei jeweils noch die passende Batch-Datei, die automatisch erkennt, ob sie auf 'meinem' System arbeitet oder auf einem anderen Rechner.
Ohne Anpassung läuft das automatische Kopieren in das Arbeitsverzeichnis des Schülers natürlich nicht und InkScape erwartet die Datei im gleichen Verzeichnis.