Tipps zur Herstellung von Daumenkinos
(letzte Änderung 8.7.2003)
- Wie komme ich an geeignete Motive?
Beim Surfen im Internet stößt man immer wieder auf mehr oder weniger gelungene animierte Grafiken. Mit Hilfe der richtigen Programme lassen sich diese ganz leicht in Daumenkinos umsetzen.
Noch besser als AniGifs sind natürlich geeignete AVI- bzw. MOV-Dateien. Wer über eine Videokamera und Möglichkeiten zur Digitalisierung verfügt, sollte eigentlich keinen Mangel an Motiven haben ;-))
- Wie bekomme ich ein AniGif von einer Web-Seite gespeichert?
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Grafik und speichern Sie sie unter einem geeigneten Namen ab.
- Manche AniGifs lassen sich nicht speichern?!?
Bei Netscape gibt es ein Unterverzeichnis \CACHE, in dem u.a. alle Grafikdateien zwischengespeichert werden, die mal über den Bildschirm geflimmert sind. Dort haben die Dateien zwar sehr eigenartige Namen, aber über die Endung (*.GIF) und das Datum kann man die Menge der in Frage kommenden Dateien stark eingrenzen.
Eine andere Möglichkeit sind Programme, die es erlauben, beliebige Teile des Bildschirms 'einzufangen', auch wenn diese animiert sind.
- Wie erhalte ich die Einzelbilder aus AnimGifs?
Ich benutze dazu AnimagicGif, das sich für diesen Zweck m.E. ganz hervorragend eignet. Es ist als Shareware erhältlich und befindet natürlich auch auf der CD (Verzeichnis \TOOLS).
Mit dem Programm lassen sich AniGifs Bild für Bild anzeigen. Über die Zwischenablage kann man die Einzelbilder dann nach CorelDRAW oder ein anderes DTP-Programm übertragen. Bei ca. 20 Einzelbildern lohnt es sich, mit der Tastatur zu arbeiten:
Strg-C kopiert ein Teilbild in die Zwischenablage,
Alt-Tab schaltet auf die nächste Windows-Anwendung um,
Strg-V fügt dort den Inhalt der Zwischenablage ein
Alt-Tab schaltet wieder auf AnimagicGif um etc.
- Wie erhalte ich die Einzelbilder aus Videos?
Ich benutze dazu PowerDVD, das inzwischen bei vielen neuen Rechnern zum Lieferumfang gehört.
Mit PowerDVD lassen sich DVDs oder selbst gedrehte Dateien im MPEG2-Format Bild für Bild anzeigen. Über die Zwischenablage kann man die Einzelbilder dann nach CorelDRAW oder ein anderes DTP-Programm übertragen. Bei ca. 20 Einzelbildern lohnt es sich, mit der Tastatur zu arbeiten:
T zeigt das nächste Bild an,
C kopiert ein Teilbild in die Zwischenablage,
Alt-Tab schaltet auf die nächste Windows-Anwendung um,
Strg-V fügt dort den Inhalt der Zwischenablage ein
Alt-Tab schaltet wieder auf AnimagicGif um etc.
- Einige Einzelbilder sind scheinbar unvollständig!?!
Einige AniGifs speichern tatsächlich in den Einzelbildern nur die Änderungen gegenüber dem vorherigen Bild.
Über diese Hürde hilft Capture Professional, mit dessen Hilfe ein beliebiger Bildschirmausschnitt wiederholt als Datei abgelegt werden kann (Shareware, ebenfalls auf der CD). Wichtig ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch der Hinweis, dass man manchmal die Pfeiltasten benutzt, um an das nächste Einzelbild zu gelangen und nicht die Maus, andernfalls wird nur der geänderte Teil des Bildes angezeigt.
- Wie bekomme ich in CorelDRAW die Einzelbilder korrekt positioniert?
Das Programm bietet für diesen Zweck Hilfslinien, die man mit der Maus aus den Linealen ziehen und nach einem Doppelklick auf solch eine Linie exakt festlegen kann.
Ich habe einfach 16, 20 oder 25 nummerierte Rechtecke und in ihnen jeweils ein Einzelbild anhand der Hilfslinien auf dem Blatt angeordnet (Größe und Position).
Die Vorlage ist fertig und gedruckt. Wie geht's jetzt weiter?
- Fransen die Einzelbilder nicht sehr schnell aus?
Nicht wenn sie vor dem Ausschneiden mit möglichst dünner Folie (60-80um) laminiert werden. Außerdem erhalten sie erst durch die Folie die nötige Elastizität.
Wie halte ich die Einzelbilder zusammen?
- Methode 1: Gummibänder
Sehr schnell, dafür aber auch sehr unbefriedigend! Die Bilder werden zwar zusammengehalten, verrutschen aber immer wieder.
- Methode 2: Heftklammern
Falls der Klammeraffe stabil genug und das Papier nicht zu hart ist, lässt sich diese Methode bis zu einer Paketstärke von etwa 4 mm einsetzen. Es gibt etwas längere Heftklammern (24/8, nicht 24/6), die einen besseren Halt bieten. Ich richte die Einzelbilder exakt aus, fixiere sie in einem Schraubstock und dann hinein!
- Methode 3: Heißkleber
Auf den Bildern sind zwei kleine Kreise bzw. Kerben aufgedruckt! Die Kreise können mit einem handelsüblichen Locher ausgestanzt oder die Kerben ausgeschnitten werden. Nachdem die Einzelbilder ausgerichtet und mit Gummibändern fixiert worden sind, wird das Paket mit Heißkleber und zusätzlich mit einem Klebeband fixiert. Damit der Heißkleber nicht aus den Kerben bzw. Löchern herausläuft, muss man mit z. B. Streifen aus selbstklebenden Etiketten entsprechende Sperren anbringen.
Ich habe diese Methode schon mit mehreren Klassen durchgeführt und musste mir mehrfach Beschwerden von den Kollegen anhören, die anschließend in der Klasse waren, weil die Schüler sich nur schwer von ihren Daumenkinos trennen konnten ;-))
- Methode 4: Nägel
Zunächst befestigt man den ausgerichteten Bilderstapel zusammen mit zwei schmalen Pappstreifen (oben und unten) mittels einer Zwinge auf einem alten Brett. Dann schlägt man zwei kleine (spitze!) Nägel durch das ganze Paket (in das Brett). Mit einem Schraubenzieher löst man den Stapel und schlägt die beiden Nägel nach innen krumm. Klebeband um Pappe und Nägel verhindert Verletzungen.
Die Methode wird so auch an anderer Stelle beschrieben und hörte sich in der Theorie ganz überzeugend an. Ich habe es daher mal probiert und dann beschlossen, so mach ich es garantiert nie wieder!
- Methode 5: Blindnieten
Die Kreise werden mit einem handelsüblichen Locher ausgestanzt (geht ganz leicht, wenn man den Locher falsch herum hält). Dann wird das ganze Paket ausgerichtet und in einem Schraubstock fixiert. Durch die beiden Löcher wird je eine Blindniete angebracht, zwei Unterlegscheiben verhindern das Durchrutschen der Niete.
Ziemliche Fummelei, aber das Ergebnis überzeugt!
Wichtig ist bei allen Überlegungen, dass die Bilder nicht gegeneinander verrutschen können. Besseren und vor allem einfachen und schnelleren Ideen gegenüber bin ich sehr aufgeschlossen ...