Warenhaus (Baustelle!)
Das Warenhaus ist eigentlich das Grundbildungsprojekt. Richtig durchgeführt hilft es dabei, Schülern die Datenschutzproblematik bewusst und sie teilweise sogar geradezu betroffen zu machen. Die hier vorgestellte Version Warenhaus-I ist Freeware und unterscheidet sich in einigen Punkten von der über Soest vertriebenen Version. Alle Abweichungen müssen aber erst über spezielle Aufrufparameter eingeschaltet oder angewählt werden, ohne Parameter verhält sich das Programm so wie im Projektheft beschrieben.

Abweichungen vom Programmheft
Die hier vorgestellte Version Warenhaus-I unterscheidet sich in einigen Punkten von der über Soest vertriebenen Originalversion:
- Die Befehlseingabe ist fehlertolerant. Wenn alle zu einem Befehl gehörenden Zeichen eingegeben wurden (ganz gleich ob in Groß- oder Kleinschreibung, mit oder ohne führende, nachgestellte und zusätzliche Leerzeichen), wird der Befehl vom Programm erkannt, akzeptiert und in der korrekten Schreibweise angezeigt, vorausgesetzt, es wurden keine zusätzlichen Zeichen eingegeben.
- «Help» zeigt alle erlaubten Befehle und die Codierung der Sonderkarten in einer Übersicht an. Diesen Befehl sollte man aber möglichst gut vor Schülern verstecken, indem man ihn durch ein neues Befehlswort ersetzt (zusätzlicher Aufrufparameter /HNEUESWORT).
- «Muster deuten» zeigt Binär- und Dezimaldarstellung der eingelesenen Lochkarte gleichzeitig an und aktiviert den Kurzbefehl »1«. Führt man den Kurzbefehl dann aus, wird er aber wieder als »Muster lesen« interpretiert.
- Das erfolgreiche Erkennen einer Warenkarte wird vom Programm mit einem kurzen Piepser bestätigt - wie im richtigen Leben ;-).
- »Sichtbar kaufen« zeigt am Bildschirm, wie der Warenbestand heruntergezählt und die gekaufte Menge gleichzeitig erhöht wird (in Anlehnung an eine Zeichentricksequenz aus dem zugehörigen Video).
- Beim Arbeiten mit Kundenkarten kann jedem Kunden ein PIN-Code zugeteilt werden. In jeder Schülergruppe gibt es ein paar pfiffige Leute, die den einfachen Binärcode der Kundenkarten schnell durchschauen und dann auf Kosten von Mitschülern »einkaufen«. Mit dem zusätzlichen Aufrufparameter /GPINCODEDATEI kann man dem Programm das Verzeichnis der Datei mitteilen, in der die Namen und Geheimnummern der Schüler gespeichert sind.
Wenn dieser Parameter benutzt wird, ändert sich das Verhalten des Befehles »Kundendatei aufbauen«. Es wird jetzt einfach die im Parameter angegebene Datei eingelesen und alle dort aufgeführten Kunden sind dem Programm bekannt, inkl. ihrer Geheimnummern. Will ein Schüler nun einkaufen, muss er nach dem Einschieben der Kundenkarte erst seinen fünfstelligen Pin-Code eingeben, bevor er weitermachen kann.
- «Quick» schaltet alle Kurzbefehle ein (hilfreich beim Testen oder wenn man das Programm in einer späteren Stunde erneut aufruft).
- «Barcode» zeigt eine eingegebene zwölfstellige Zahl im EAN-Code an. Die 13. (Prüf-) Ziffer wird automatisch errechnet. Über die Datei BARCODE.DAT lassen sich auch beliebig viele Artikel direkt anzeigen. Wird ein gültiger Code eingegeben, durchsucht das Programm die Datei nach dem Code und zeigt die hinter dem Code in der Datei gespeicherten Informationen am Bildschirm an. Nähere Informationen finden Sie in der Datei BARCODE.DAT.
Informationen zum Thema Barcode findet man natürlich auch im Internet.
- Das Programm lässt sich über Aufrufparameter steuern. Die Parameter müssen wie z. B. beim FORMAT-Befehl von DOS hinter den Programmnamen geschrieben werden. Parameter müssen durch Leerzeichen voneinander getrennt werden:
- Parameter
-
| - Bedeutung und Erläuterungen
-
|
- /L0
-
| - Das Programm arbeitet ohne angeschlossenes Lesegerät.
-
|
- /L1
-
| - Das Programm arbeitet mit ak-tronic-Lesegerät.
-
|
- /L2
-
| - Das Programm arbeitet mit Witherm- oder Selbstbau-Lesegerät
an der parallelen Schnittstelle. -
|
- /D
-
| - Das Drucken wird abgeschaltet.
-
|
- /N
-
| - Die Kurzbefehle 2-5 werden auf Funktionstasten gelegt.
-
|
- /S
-
| - Einige Sonderkarten müssen erst freigeschaltet werden.
-
|
- /HWORT
-
| - Der Befehl »Help« wird durch »Wort« ersetzt.
-
|
- /BPath
-
| - (Vollständiger) Pfad der Barcode-Datei.
-
|
- /GPath
-
| - (Vollständiger) Pfad der Geheimnummern-Datei.
-
|
- Aufrufbeispiel
-
| - wh /L1 /D /N /S /BW:\BARCODE.DAT /GW:\GEHEIM.DAT
-
|
- Das Zusammenführen der Kaufdaten kann automatisch auf dem Server erfolgen.
In einer größeren Klasse ist es ziemlich lästig, mit dem Programm PLUS.EXE die Dateien der einzelnen Kaufhaus-Filialen zusammenzuführen. Man muss bei 10 Arbeitsplätzen 20 Disketten in einen Rechner einschieben und darf beim Plus-Befehl nicht eine einzige Diskette vergessen bzw. sie doppelt einlesen, sonst stimmt die ganze Rechnung nicht mehr.
In einem Netzwerk kann man sich diese Arbeit komplett sparen:
Die Datei KAUFHAUS.DAT wird immer im aktuellen Verzeichnis gespeichert. Wenn das Programm auf jedem Schülerarbeitsplatz aus einem anderen Verzeichnis auf dem Server heraus gestartet wurde, werden die Dateien KAUFHAUS.DAT auch auf dem Server gespeichert.
Das Zusammenführen dieser Dateien geschieht am Lehrerarbeitsplatz mit dem Programm PLUSNEU.EXE. Über eine Steuerdatei PLUS.CNF werden automatisch alle Dateien KAUFHAUS.DAT in allen dort angegebenen Verzeichnissen eingelesen. Anschließend legt das Programm in jedem Verzeichnis, in dem es KAUFHAUS.DAT gefunden hat, eine neue Datei GESAMT.DAT ab. Verzeichnisse, in denen KAUFHAUS.DAT nicht gespeichert war (weil an diesem Platz z. B. nicht gearbeitet wurde), werden vom Programm angemahnt und müssen bestätigt werden. Auf diese Weise kann innerhalb weniger Sekunden der ganze Vorgang der Datenzusammenführung vor den Augen der Schüler stattfinden.
Wenn anschließend auf einem Arbeitsplatz der Befehl Daten laden eingegeben wird, wird die Datei GESAMT.DAT anstelle von KAUFHAUS.DAT eingelesen und die gesammelten Daten liegen auf diesem Arbeitsplatz vor.
KAUFHAUS.DAT wird nicht gelöscht, sodass zu Kontrollzwecken immer noch darauf zurückgegriffen werden kann. Wenn das gewünscht wird, muss auf dem Schülerplatz das Programm beendet, die Datei GESAMT.DAT manuell gelöscht bzw. umbenannt und das Programm wieder gestartet werden. Danach können die platzbezogenen Daten wieder eingeladen werden.
Eine weitere Option in PLUSNEU.EXE ist die Datei AUSWERT.TXT, die beim Programmablauf im Netz automatisch erzeugt wird. Sie enthält die gesammelten Kaufdaten in Textform und erlaubt so das schnelle Nachschauen, wer welche Ware wie oft gekauft bzw. welche Ware von wem wie oft gekauft worden ist.
Mit den Informationen in dieser Textdatei können leicht ,,Fälle" von Datenmissbrauch konstruiert werden, die exakt auf die betroffene Lerngruppe zugeschnitten sind.
Spezielle Hinweise
- Wenn man es richtig anstellt, kann man die Schüler sehr sensibel machen, was die Datenschutzproblematik anbelangt, indem man einfach mal mit ihren Daten herumspielt.
Nachdem die Kundenkarten eingeführt und verteilt sind, sollte man auf jeden Fall von der Option PinCode Gebrauch machen. Diese Geheim-Nummern wiegen die Schüler in Sicherheit und lassen sie Dinge kaufen, die sie sonst vielleicht nicht gekauft hätten. Wenn dann der Lehrer noch unter einem Vorwand für kurze Zeit den Raum verlässt, verführt das die Schüler i.d.R. zu einem ungehemmten Einsatz ihrer Kundenkarte.
Wenn dann später die Sonderkarten ausgeteilt werden und jeder Schüler seine Einkäufe durch Mitschüler kontrolliert sieht, ist der Schrecken manchmal riesengroß.
- In vielen Schulen scheitert die Durchführung des Projekts an einer ganz banalen Tatsache: Die Schulen haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, Tausende Euro nur für die Lesegeräte und die Interfaces dafür auszugeben.
Wer ganz sicher weiß, an welcher Seite er einen Lötkolben anfassen darf, kann sich für weniger als 15,- Euro ein eigenes Lesegerät bauen, das noch nicht einmal eine eigene Stromversorgung benötigt und an die parallele Druckerschnittstelle des Rechners angeschlossen wird. Den Schaltplan (ca. 10 KByte) kann man sich hier herunterladen.
Ein kleiner Nachteil des Selbstbau-Lesegeräts soll nicht verschwiegen werden:
Es muss von einer externen Lichtquelle (z. B. Nachttischlämpchen) beleuchtet werden.
- Die aktuelle Programmversion Warenhaus-1 (1/99, ca. 50 KByte) gibt es hier als gezippte Datei zum Download. Bitte lesen Sie unbedingt die mitgelieferte Datei READ.ME!, sie enthält immer eine Menge von Hinweisen.
- Der Berliner Tagesspiegel hat in einem Artikel vom 1.3.99 auf Seite 3 »Der Kunde ist König, und der König ist nackt« von Robert vom Rimscha aus Washington einige Aspekte der im Projekt behandelten Datenschutzproblematik aufgegriffen.